Die besten Headhunter Deutschlands finden

Headhunting-Unternehmen agieren häufig auf der Grundlage von Exklusivverträgen. Je Auftrag nehmen sie nicht selten ein Drittel des Jahresgehalts der gesuchten Fachkraft. Es kann selbstverständlich auch deutlich kostspieliger sein, denn viele Berater berechnen ihr Honorar nicht analog zum Jahresgehalt, dafür aber nach realem Aufwand oder Schwierigkeitslevel der Personalsuche. Honorare von merklich über 40.000 Euro sind überhaupt keine Seltenheit. Verpönt ist im Top-Segment der Headhunter-Branche die Variante 'Windhundrennen'. Dabei werden Aufträge an viele Berater vergeben, von denen nur der entlohnt wird, dessen Bewerber schließlich eingestellt wird. Gang und gäbe sind hingegen sogenannte Retainer, also vorweg festgelegte Honorarsätze, die selbst bei einer erfolglosen Personalsuche bezahlt werden. Die Branchengrößen registrieren zurzeit eine konjunkturbedingt hohe Nachfrage. Sie erzielen einen Nutzen davon, dass große Unternehmen und Anstalten des öffentlichen Sektors immer öfter alleinig internationale Anbieter oder welche mit langjähriger Praxis oder 'gutem Namen' betrauen. Indessen gelangen Spezialisten oft zum Zug, wenn sie mit guten Branchenkenntnissen oder Empfehlungen glänzen.

Unzählige Webseiten, Zeitungen oder Organisationen versuchen immer wieder eine Rangliste der besten Headhunter und Personalberater zu ermitteln. Derlei Auflistungen sind mehrheitlich kaum aussagekräftig, angesichts von geschätzten 5000 Headhuntern bzw. Personalberatungen in ganz Deutschland. Zudem werden sie von Werbeinteressen sicherlich nicht selten beeinflusst. Die Branche feiert sich auch gerne selber, vergibt laufend neue Awards und ergießt sich in Lobreden. Zu mehr Transparenz im unüberschaubaren Dickicht der Headhunter-Branche trägt dies sicherlich nicht bei.

Für kleines Geld nur kleiner Service? Das Wollberg-Institut ging dieser Frage nach und hat sich daher im April 2018 an einer Studie versucht, die auf Umfragen unter ca. 300 Personalentscheidern mittelständischer Unternehmen basiert. Dabei wurde der Fokus auf zu besetzende Positionen im Gehaltsrahmen von ca. 40.000,- bis 100.000,- Euro gelegt. Nach Auffassung der Macher spiegelt dieser Bereich den Sektor wider, in dem Unternehmen in Sachen Fachkräftemangel am häufigsten der Schuh drückt. In der Studie werden viele Branchenriesen unter den Personalberatungen daher nicht aufgeführt, da sie sich eher auf Top-Verdiener konzentrieren und für die hier befragten Unternehmen eher nicht relevant waren.
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Dennoch fand sich mit Kienbaum Executive Consultants (www.kienbaum.de) ein großer Name weit oben in der Liste. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Gummersbach bei Köln unterhält Büros in zahlreichen Ländern. Ehemals als klassische Managementberatung aufgestellt, betrieb es Personalberatung ursprünglich nur als Nebengeschäft. Bekannt machten Kienbaum großformatige Stellenanzeigen, die jahrzehntelang in überregionalen Tageszeitungen erschienen. Das Angebot umfasst vor allem Executive Search, Outplacementberatung, Vergütungsberatung, Managementdiagnostik und Kommunikationsberatung.

Ähnlich oft genannt wurde die PMC International AG (www.pmci.de), die bereits 2017 in einer Umfrage der Wirtschaftswoche mit zu den besten Headhuntern Deutschlands gekürt wurde.

Bei den Generalisten wurde die WKP Guddorf Personalberatung GmbH (www.wkpgmbh.de) häufiger genannt. Weitaus kleiner als die Erstgenannten, deckt man neben klassischem Headhunting aber auch E-Recruiting ab und über das Tochterunternehmen Jobsprinter (www.jobsprinter.com) eine eigene Jobbörse sowie eine Billigschiene, in der man sich nach dortiger Werbeaussage auf den "Beschaffungsprozess ohne Schnick-Schnack" konzentriert und sich als "Branchendiscounter" präsentiert. Dass es jedoch noch billiger geht zeigt Personalberater Michael Bertelts (www.bertelts-personal.de), der plakativ mit der Besetzung jeder Position für pauschal 7.000,- Euro wirbt.

Die Studie enthält detaillierte Informationen und Bewertungen zu 77 Headhuntern, die von den Befragten genannt wurden. Sie ist in gedruckter Form ab Ende April 2018 verfügbar und kann direkt über den Autoren bezogen werden. Kontakt: l-klein-71(at)web.de